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ÜberlebenderPassenger / Estonia survivorFinland

Aarne Kivimäki

1950 - Present

Aarne Kivimäki ist einer der Überlebenden, dessen Erfahrung die Katastrophe der Estonia nicht als abstraktes strukturelles Versagen, sondern als menschlichen Kampf um Orientierung in einer kollabierenden Umgebung veranschaulicht. Das Überleben eines Fähruntergangs ist nicht einfach eine Frage des Glücks, obwohl Glück sicherlich eine Rolle spielt. Es ist auch eine Frage des Wachseins, der Mobilität, der körperlichen Fähigkeit und der Nähe zu einem Fluchtweg, bevor der Winkel des Schiffs diesen Weg nahezu unmöglich macht.

Als Passagier nahm Kivimäki die verletzlichste Position in der sozialen Geometrie des Ereignisses ein: Er war abhängig vom Design des Schiffs, den Verfahren der Besatzung und der Gnade des Meeres, von denen keines mehr zu vertrauen war, nachdem das Versagen des Bugs zu Überschwemmungen führte. Überlebende der Estonia beschrieben oft das Gefühl, dass Bewegung unmöglich wurde, dass vertraute Korridore sich in steile, desorientierende Räume verwandelten. An diesem Punkt wird die Geschichte eines Überlebenden oft moralisch wichtig. Sie zeigt, wie schnell gewöhnliches Reisen zu einer Umgebung werden kann, in der jede Handlung mehr Energie kostet, als sie sollte.

Sein Land, Finnland, war tief mit der Welt der Ostsee-Fähren verbunden, selbst wenn die Route nicht finnisch war, da die Passagiere, Besatzungen und Rettungsdienste der Region durch gemeinsame Seewege und Winterwetter miteinander verbunden waren. Das Zeugnis eines Überlebenden hilft, die erlebte Realität einer Katastrophe festzuhalten, die der offizielle Bericht zur Klarheit in Mechanismen und Erkenntnisse reduzieren muss. Kivimäkis Überleben ist wichtig, weil es uns zeigt, dass die Katastrophe aus verschiedenen Perspektiven nicht augenblicklich war. Für einige gab es noch Entscheidungen: sich zu bewegen, zu klettern, festzuhalten, weiterzumachen, als das Schiff nicht mehr stabil war.

Das Gewicht, ein solches Ereignis zu überleben, ist von außen oft unsichtbar. Diejenigen, die die Estonia überlebt haben, wurden nicht einfach verschont; sie trugen Erinnerung, Verlust und in vielen Fällen die Last zu wissen, dass andere in der Nähe nicht überlebt haben. Der Kontrast zwischen Überleben und Sterben unter solchen Bedingungen kann für diejenigen, die es erlebt haben, moralisch willkürlich erscheinen. Das ist ein Grund, warum Überlebensberichte in der dokumentarischen Aufzeichnung so wichtig sind. Sie bewahren die menschliche Dimension einer Katastrophe, die die endgültige Bilanz niemals vollständig erfassen kann.

Kivimäki steht für die Passagiere, deren Namen nicht allgemein bekannt sind, deren Erfahrungen jedoch die innere Wahrheit der Katastrophe bilden. Seine Biografie gehört zu dem größeren menschlichen Dokument des Untergangs: ein Dokument, das nicht nur aus technischem Versagen und Rettungsbemühungen besteht, sondern aus Individuen, die versuchen, auf einem Schiff, das sich nicht mehr wie ein Schiff verhielt, ihren Halt zu bewahren.

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