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WissenschaftlerBoğaziçi University Kandilli Observatory and Earthquake Research InstituteTurkey

Ahmet Mete Işıkara

1941 - 2013

Ahmet Mete Işıkara wurde nach dem Erdbeben zu einer der bekanntesten wissenschaftlichen Stimmen in der Türkei, doch seine Bedeutung liegt weniger im Ruhm als in der Übersetzung. Als Geophysiker, der mit dem Kandilli-Observatorium und dem Erdbebenforschungsinstitut verbunden ist, stand er an der Grenze zwischen technischem Wissen und öffentlichem Verständnis zu einer Zeit, als diese Grenze versagt hatte, um die Menschen zu schützen. Seine Rolle bestand nicht darin, Spektakel zu erzeugen, sondern einem Land zu helfen, zu hören, was seine Wissenschaftler seit Jahren über seismisches Risiko gesagt hatten.

Işıkara war wichtig, weil Katastrophe um Katastrophe oft ein soziales Kommunikationsproblem ebenso offenbart wie ein geologisches Problem. Der Nordanatolische Graben war für Forscher kein Geheimnis. Sein Verhalten, seine westliche Bruchfolge und seine Bedrohung für die Marmara-Region waren bereits in wissenschaftlichen Kreisen analysiert worden. Doch Wissenschaft, die die Praxis nicht verändert, kann zu einem traurigen Archiv der Gewissheit werden. Işıkara’s öffentliche Arbeit half, technische Warnungen in eine nationale Diskussion über Vorbereitung zu verwandeln.

Seine Autorität kam teilweise aus Zurückhaltung. Er war bekannt für einen ruhigen, erklärenden Stil, der half, die Implikationen des Erdbebens für gewöhnliche Bürger verständlich zu machen. Nach dem Erdbeben von İzmit war das wichtig, weil die Menschen sowohl nach Sinn als auch nach Hilfe suchten. Wissenschaftler wie Işıkara konnten die Toten nicht zurückbringen, aber sie konnten helfen, zu verhindern, dass die Toten als unvermeidlich behandelt wurden.

Er wurde auch zu einem Symbol für einen größeren Wandel in der türkischen Katastrophenkultur. Nach 1999 trat das Bewusstsein für Erdbeben sichtbarer in Schulen, Fernsehen und öffentliche Debatten ein als zuvor. Dieser Wandel reparierte nicht alle Schwächen, aber er veränderte den Wortschatz des Risikos. Işıkara’s Rolle in dieser Transformation war zentral, weil er half, seismische Gefahren zu einem Thema der bürgerschaftlichen Aufmerksamkeit und nicht nur der beruflichen Besorgnis zu machen.

Sein Leben veranschaulicht eine schwierige Wahrheit: In modernen Katastrophen wird oft von den Wissenschaftlern verlangt, sowohl Analyst als auch Anwalt zu sein. Işıkara’s Vermächtnis ist, dass er versuchte, beide Rollen zu übernehmen, ohne die Genauigkeit aufzugeben. Er repräsentiert das Beste der öffentlichen Wissenschaft nach Katastrophen—klar, nüchtern und unwillig, die Gewalt der Erde als Entschuldigung für menschliches Versagen gelten zu lassen.

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