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Back to Pocken in den Amerikas
WissenschaftlerFranciscan friar and chronicler in New SpainSpain

Bernardino de Sahagún

1499 - 1590

Bernardino de Sahagún stoppte die Pocken nicht, aber er half, eines der wichtigsten dokumentarischen Fenster zu ihrer Verwüstung in den Amerikas zu bewahren. Als Franziskaner, der in Neuspanien arbeitete, verbrachte er Jahrzehnte damit, Nahuatl zu lernen und indigene Zeugenaussagen zu sammeln, und schuf ein Werk, das spätere Historiker nach Beweisen aus der Eroberungszeit durchforsten würden. Sein Beitrag war archivarisch, linguistisch und forensisch: Er dokumentierte, was viele Europäer ignorierten und was viele indigene Gemeinschaften sonst durch die Gewalt des Jahrhunderts verloren hätten.

Die Bedeutung von Sahagún für die Geschichte der Pocken liegt in der Qualität der Beobachtung, die in seinem Werk eingebettet ist. Die mit ihm verbundenen Chroniken beschreiben die Epidemie in Zentralmexiko mit einem Maß an Spezifität, das es modernen Historikern ermöglicht, mehr als nur allgemeine Zerstörung zu erkennen. Durch solche Berichte kann man die Ausbreitung der Krankheit durch Haushalte, die Belastung der Bestattungspraktiken und den Zusammenbruch sozialer Routinen nachverfolgen. Er war kein Arzt im modernen Sinne, aber er wurde zu einem Zeugen, dessen Aufzeichnungen späteren Wissenschaftlern halfen zu verstehen, wie epidemische Krankheiten die politische Geschichte veränderten.

Er erinnert auch daran, dass dokumentarische Beweise selbst von Macht geprägt sind. Als spanischer Mönch war er Teil der kolonialen Welt, die auf die Eroberung folgte. Dennoch gab seine Entscheidung, indigenes Wissen zu schätzen, späteren Forschern eine reichhaltigere, menschlichere Darstellung, als es die europäischen triumphalen Narrative allein bieten konnten. Die Spannung in seinem Leben ist die vieler Beobachter in der Kolonialgeschichte: Er lebte innerhalb eines Systems der Dominanz, während er Details bewahrte, die dessen Kosten offenlegten.

Sahagúns Werk bleibt zentral, weil die Primärquellen zu frühen Epidemien unvollständig und oft voreingenommen sind. Seine Notizen, Kompilationen und Übersetzungen lösen diese Probleme nicht, aber sie ermöglichen es, die soziale Anatomie der Katastrophe zu rekonstruieren. In diesem Sinne ist er ein Ermittler nach der Tatsache, ein Mann, der Erinnerung in Beweise verwandelte.

Geboren in Spanien und arbeitend in Neuspanien, stand er zwischen Welten. Die Krankheit, die er beschrieb, war eine der Kräfte, die diese Welten neu gestalteten, und die Aufzeichnungen, die er hinterließ, gehören zu den Gründen, warum wir die Geschichte noch mit einer gewissen Präzision erzählen können.

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