The Disaster ArchiveThe Disaster Archive
Back to Eruption des Galeras
OpferUnited States Geological Survey volcanologist; field team memberUnited States

David A. Johnston

1949 - 1993

David A. Johnston gehörte zu der Generation von Vulkanologen, die glaubten, dass direkte Beobachtungen das offenbaren können, was Instrumente allein nicht erfassen können. Als er Galeras erreichte, hatte er bereits einen Ruf für Ernsthaftigkeit, technische Fähigkeiten und die Bereitschaft erworben, an schwierigen Orten zu arbeiten, wenn die Wissenschaft es erforderte. Er war kein Nervenkitzel-Sucher. Er war ein Feldwissenschaftler, geprägt von der Überzeugung, dass gefährliche Landschaften nur verstanden werden können, wenn man ihnen auf ihrem eigenen Terrain begegnet.

Diese Überzeugung machte Johnstons Anwesenheit am Vulkan besonders tragisch. Er war Teil eines Teams, das zu einem der aktivsten Vulkane Kolumbiens gekommen war, um zu beobachten, zu messen und zu lernen. In der Praxis der Vulkanologie ist das eine vertraute Ethik: in der Nähe von Gefahr zu stehen, ohne sich ihr zu ergeben, genügend Informationen zu sammeln, um die Warnungen für die Menschen, die darunter leben, zu verbessern. Johnstons Tod verwandelte diese Ethik in eine öffentliche Frage. Wie nah ist zu nah, wenn das Thema ein aktiver Gipfel mit einer Geschichte von Unruhen ist?

Was ihn als Wissenschaftler überzeugend machte, war nicht theatralische Kühnheit, sondern Disziplin. Seine Rolle am Berg war es, das Verhalten des Vulkans in nutzbares Wissen zu übersetzen. Diese Art von Arbeit ist oft unsichtbar, bis etwas schiefgeht. Dann wird der Feldwissenschaftler zu einem Symbol, und Johnston wurde aus Gründen, die sich niemand gewünscht hätte, eines. Er starb dort, wo er arbeitete, an dem Punkt, an dem professionelles Urteilsvermögen und geologische Gewalt aufeinanderprallten.

Es gibt eine schmerzhafte Ironie in seinem Erbe. Wissenschaftler wie Johnston suchen nach Mustern, damit Gemeinschaften zukünftigen Schaden vermeiden können. Am Galeras kam die Gefahr, bevor das Verständnis seine Aufgabe erfüllen konnte. Der Ausbruch war kurz, lokal und verheerend für die, die in seinem Weg standen. Johnstons Tod zeigte, dass selbst Experten von der kleinsten tödlichen Geste eines Vulkans überholt werden können.

In den Jahren nach dem Ausbruch wurde sein Name zum Symbol für das ethische Dilemma im Herzen der Gefahrenwissenschaft: die Notwendigkeit, von aktiven Systemen zu lernen, ohne die Nähe zu tödlichem Risiko zu normalisieren. Er bleibt eine respektierte Figur in der Vulkanologie, nicht weil er starb, sondern weil er schwierige Arbeit im Dienste eines größeren öffentlichen Wohls leistete. Der Berg nahm ihn, während er versuchte, ihn für andere weniger gefährlich zu machen, und deshalb wird Galeras immer noch ebenso als moralisches Ereignis wie als geologisches diskutiert.

Disasters