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Back to Erdbeben in Alaska 1964
WissenschaftlerU.S. Geological Survey / research communityUnited States

David M. Hopkins

1936 - 2020

David M. Hopkins gehörte zu einer Generation von Wissenschaftlern, für die das Erdbeben in Alaska nicht nur eine Katastrophe war, die gemessen werden musste, sondern eine Offenbarung, die interpretiert werden sollte. Geboren 1936 und gestorben 2020, trat er als amerikanischer Geologe hervor, dessen Arbeiten zu Alaskas Landschaften halfen, das Erdbeben von 1964 als ein langfristiges Umweltereignis und nicht als einen einzelnen gewaltsamen Moment neu zu interpretieren. Sein wissenschaftliches Erbe beruht auf der Idee, dass das Land Trauma erinnert: in Sedimentschichten, in veränderten Küstenlinien, in überfluteten Sümpfen und in den ökologischen Störungen, die folgen, wenn der Boden abrupt seine Höhe ändert.

Diese Perspektive verlieh Hopkins eine besondere Autorität in der Nachwirkung. Er katalogisierte nicht einfach Schäden; er half dabei, zu definieren, was Schaden bedeutete. Gebäude konnten gezählt werden, aber Senkungen, Küstenrückzug und Lebensraumverlust erforderten einen anderen moralischen und technischen Wortschatz. Hopkins’ Geologie verband den physischen Schock mit der menschlichen Welt, die von ihm abhing. Für Küstengemeinden, insbesondere in Alaska, waren die Folgen des Erdbebens nicht abstrakt. Die Bewegung des Landes veränderte den Zugang zu Fischereien, Transportwegen und den Orten, an denen Menschen gewöhnliche Leben am Rand von Meer und Boden aufgebaut hatten. Hopkins’ Arbeit half zu zeigen, dass die Wiederherstellung mit dem Verständnis der umgeschriebenen Küste beginnen musste.

Psychologisch scheint seine Karriere von einem doppelten Impuls geprägt zu sein: wissenschaftliche Strenge und eine tiefe Anziehung zu erklärendem Ordnung nach Chaos. Das Erdbeben in Alaska bot ihm eine Fallstudie, die groß genug war, um beide zu befriedigen. Er arbeitete in einer Zeit, als die Plattentektonik noch zu einer überzeugenden Theorie zusammengefügt wurde, und Alaska lieferte Beweise, die zu dramatisch waren, um ignoriert zu werden. Hopkins und seine Zeitgenossen übersetzten Feldbeobachtungen in ein Rahmenwerk, das von Ingenieuren, Planern und anderen Wissenschaftlern genutzt werden konnte. Dabei half er, Katastrophen in dauerhaftes Wissen umzuwandeln. Das war seine Rechtfertigung, in ihrem besten Sinne: Wenn die Erde das menschliche Leben so plötzlich umarrangieren konnte, dann war es die Aufgabe des Wissenschaftlers, die Veränderung lesbar zu machen, bevor die nächste eintraf.

Aber es gibt eine härtere, konfliktreichere Lesart seiner Arbeit. Das öffentliche Gesicht der Katastrophenwissenschaft ist oft eines von Nützlichkeit, sogar Mitgefühl. Doch die Gewohnheiten, die für diese Nützlichkeit erforderlich sind, können kalt sein: in zerstörten Orten zu stehen, Verlust zu klassifizieren, Trauer in Karten und Daten umzuwandeln. Hopkins’ Erfolg hing von dieser Distanz ab. Er machte sich nützlich, indem er Verwüstung als Beweis behandelte. Für die Menschen, die die Zerrüttung erlebt hatten, konnte der wissenschaftliche Blick wie eine zweite Form der Ausbeutung erscheinen, die Bedeutung aus Schmerz schöpfte. Selbst wenn seine Arbeit der Wiederherstellung diente, beteiligte sie sich auch an der Umwandlung erlebter Katastrophen in institutionelles Gedächtnis.

Die Kosten wurden nicht nur von den Gemeinschaften getragen, die sich an eine veränderte Küste anpassen mussten. Sie fielen auch auf die Wissenschaftler selbst, die Karrieren damit verbrachten, immer wieder zu Orten zurückzukehren, die von Zerstörung geprägt waren, und immer wieder zu beweisen, dass das Land sich verschoben hatte und dass die Zukunft entsprechend geplant werden musste. Hopkins’ Biografie steht daher als eine Autopsie der wissenschaftlichen Pflicht ebenso wie der Katastrophe: ein Leben, das damit verbracht wurde, Gewalt in der Erde zu lesen und diese Gewalt für andere nützlich zu machen.

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