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Back to Erdbeben in Armenien
WissenschaftlerSeismology / earthquake research communityUnited States

Eugene I. M. Ohnaka

1940 - Present

Eugene I. M. Ohnaka gehört zu einer bestimmten Art von wissenschaftlicher Biografie: einer, die weniger um Berühmtheit als um Konsequenz geschrieben ist. Nach dem armenischen Erdbeben erscheint sein Name nicht als der eines Politikers, Retters oder öffentlichen Sprechers, sondern als eine Figur innerhalb der härteren, kälteren Maschinerie des Wissens nach Katastrophen. Seismologen und Erdbingenieure waren gezwungen, das zu tun, was die Wissenschaft oft in ihren moralisch exponiertesten Momenten tut: massives Leid in Daten, Muster und Modelle umzuwandeln. Ohnakas Platz in diesem Bemühen kennzeichnet ihn als Teil einer Gemeinschaft, die versuchte, die Bruchmechanik, Nachbebenfolgen und die brutale Beziehung zwischen Bodenbewegung und eingestürzten Gebäuden zu verstehen.

Diese Arbeit trug eine psychologische Last. Wissenschaftler wie Ohnaka waren nicht einfach Beobachter, die in sicherer Entfernung von der Tragödie standen. Sie waren durch eine berufliche Ethik gezwungen, Ereignisse als lesbar zu betrachten, wenn sie nur sorgfältig genug gemessen werden konnten. Der Antrieb hinter dieser Ethik ist nicht Gleichgültigkeit, wie Außenstehende manchmal annehmen, sondern eine disziplinierte Weigerung, die Katastrophe shapeless zu lassen. Ein Erdbeben zu verstehen, bedeutet zu glauben, dass das nächste weniger tödlich sein könnte. Dieser Glaube verlieh der Arbeit moralische Kraft. Er schuf auch eine Versuchung: die Versuchung, menschliche Verwüstung als ein Problem zu behandeln, das allein durch bessere Instrumentierung, sauberere Modelle oder genauere Magnitudenschätzungen gelöst werden kann.

Das armenische Erdbeben offenbarte die Grenzen eines solchen Vertrauens. Forscher konzentrierten sich auf das Verhalten von Verwerfungen, lokale Intensität und die Wechselwirkung zwischen Erschütterung und Gebäudeschäden, weil dies die Variablen waren, die die Wissenschaft isolieren konnte. Doch jede isolierte Variable stand für ein größeres soziales Versagen – schwache Bauweise, mangelhafte Durchsetzung, Ansiedlung in Gefahrenzonen und politische Gewohnheiten, die seismisches Risiko als abstrakt behandelten, bis es zu Schutt wurde. Ohnakas Fachgebiet und seine Generation von Erdbebenwissenschaftlern trugen dazu bei, das Gespräch von der alten Sprache des Schicksals hin zur präziseren Sprache der Verwundbarkeit zu bewegen. Dieser Wandel war wichtig, bedeutete jedoch auch, eine unbequeme Wahrheit zu akzeptieren: Sobald eine Gefahr bekannt ist, kann Unwissenheit nicht mehr als Unschuld geltend gemacht werden.

In der Mitte dieser Art von wissenschaftlicher Arbeit besteht eine Spannung. Öffentlich erscheint der Wissenschaftler nüchtern, methodisch, fast blutleer, spricht in Bereichen, Unsicherheiten und methodologischen Vorbehalten. Privat wird die Arbeit von Dringlichkeit, sogar Trauer, getrieben. Der Versuch, die Magnitude zu schätzen, Agenturwerte zu vergleichen und verschiedene Beobachtungssysteme in Einklang zu bringen, war nicht bloße technische Hausarbeit. Es war ein Versuch, das Ausmaß einer Katastrophe festzulegen, die bereits der gewöhnlichen Auffassung entglitten war. Die Öffentlichkeit wollte oft eine einzelne Zahl; die Wissenschaft antwortete mit Bereichen, weil Ehrlichkeit dies erforderte. Diese Ehrlichkeit kann ausweichend erscheinen, ist aber einer der wenigen Verteidigungen, die die Wissenschaft gegen die Umwandlung von Trauma in Propaganda hat.

Die Kosten waren real. Für die Toten und Verletzten waren die Kosten offensichtlich und irreversibel. Für Gemeinschaften erstreckten sich die Kosten in die lange Nachwirkung des Wiederaufbaus, der Angst und des Misstrauens. Für Wissenschaftler wie Ohnaka waren die Kosten subtiler: die Last, die Katastrophe in Codes, Karten und Lehrpläne zu tragen, in dem Wissen, dass solch eine Arbeit genau deshalb bedeutungsvoll ist, weil sie zu spät für die bereits Verlorenen kommt. In diesem Sinne repräsentiert Ohnaka die notwendige Grausamkeit der Expertise nach einer Katastrophe: das Geschehen so gründlich zu studieren, dass zukünftige Leben verschont bleiben könnten, während man niemals vergessen darf, dass das Wissen zu einem schrecklichen Preis erkauft wurde.

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