Harry G. Decker
? - 1918
Harry G. Decker ist repräsentativ für die Passagiere, deren Identitäten im Zusammenhang mit der Katastrophe der Princess Sophia in den Aufzeichnungen klarer überliefert sind als in Geschichten. Er war einer der Männer an Bord des Dampfers, als dieser im Lynn Canal auf Grund lief, und wie die anderen, die starben, wurde er Teil der endgültigen Zahl von 343. In Katastrophen dieser Größenordnung ist jeder namentlich genannte Passagier eine Erinnerung daran, dass die Opferzahl keine Abstraktion ist. Es ist ein Stapel unterbrochener Leben.
Deckers Rolle bei dem Ereignis war nicht die eines Kommandanten, sondern die eines Verwundbaren. Er war ein Reisender auf einer Route, die viele im Jahr 1918 als Routine angesehen hätten, ein Mann, der sich durch ein maritimes System bewegte, das zur Lebensader des Nordens geworden war. Die Bedeutung solcher Passagiere liegt darin, wie gewöhnlich ihr Zweck oft war. Sie waren nicht immer Abenteurer oder Eliten. Viele versuchten einfach, nach Hause, zur Arbeit, zu ihrer Familie oder zu einer weiteren Saison der Beschäftigung zu gelangen. Die Princess Sophia transportierte diese alltägliche Bewegung und löschte sie dann aus.
Da viele Passagierbiografien fragmentarisch bleiben, kann Deckers Leben nicht in den intimen Details rekonstruiert werden, die moderne Leser sich wünschen könnten. Aber diese Unvollständigkeit ist selbst Teil der historischen Last. Die Katastrophe nahm Leben auf eine Weise, die Nachkommen und Historikern den Luxus vollständiger Erinnerung verweigerte. Ein Passagiername auf einem Manifest kann so weit reichen, wie es die Aufzeichnung zulässt. In solchen Fällen ist es die Pflicht des Historikers, die Person davor zu bewahren, nur ein Strich zu werden.
Deckers Einbeziehung in die Geschichte der Princess Sophia offenbart auch die soziale Breite des Verlustes. Das Schiff transportierte keine einzelne Klasse oder Profession; es beförderte die gemischte Bevölkerung einer arbeitenden Nordküste. Die Opfer kamen daher aus vielen Hintergründen, und keine einzelne Gruppe monopolierte die Tragödie. Das ist ein Grund, warum das Wrack so moralisch kraftvoll bleibt: Seine Toten waren gewöhnliche Reisende auf einer gewöhnlichen Route.
Er steht schließlich für die Anonymität, die Katastrophen oft auferlegen. Das Meer verschlang Namen, die einst an Besorgungen und Plänen hingen. Indem wir diese Namen, wenn auch nur kurz, wiederherstellen, stellen wir einen Teil der Individualität wieder her, die die Katastrophe zu tilgen versuchte.
