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Back to Laki-Ausbruch
Offizieller / Zeuge / GeistlicherIcelandic Lutheran clergy in KirkjubæjarklausturIceland

Jón Steingrímsson

1728 - 1791

Jón Steingrímsson steht im Zentrum der Laki-Geschichte, nicht weil er die Ereignisse kontrollierte – das tat er nicht – sondern weil er eine menschliche Stimme gegen sie aufzeichnete. Als lutherischer Geistlicher im Süden Islands lebte er dort, wo die Folgen des Ausbruchs nicht als abstrakte Geologie behandelt werden konnten. Der Boden um ihn herum, das Viehzeug in seiner Nähe, die Menschen in seiner Obhut: Alle waren einer Katastrophe ausgesetzt, die als Feuer, Dunst, Hunger und Angst kam. Seine Bedeutung liegt darin, dass er ein Interpret des Ruins wurde, und in einer Zeit vor der modernen Vulkanologie war Interpretation kein Schmuckstück. Sie war Teil des Überlebens.

Steingrímssons Bericht, der durch spätere Manuskripttraditionen bewahrt wurde, gab Historikern eine der haltbarsten ersten Beschreibungen der Gewalt des Ausbruchs und des Terrors, den er erzeugte. Dieses Zeugnis ist wichtig, weil Lakis schlimmster Agent oft unsichtbar war. Lava konnte gesehen werden. Gas konnte nicht gesehen werden. Vergiftetes Weideland sah gewöhnlich aus, bis die Tiere zu erkranken begannen. Unter solchen Bedingungen wurde die kirchliche Beobachtung zu einem dokumentarischen Beweis, und das persönliche Zeugnis wurde zu einer Form des öffentlichen Dienstes. Sein Schreiben ermöglichte es späteren Generationen, nachzuvollziehen, was die ländlichen Isländer erlitten, als das Land, das sie nährte, sie auch kränkte.

Er wurde 1728 geboren und starb 1791, lange genug, um die Nachwirkungen zu erleben, aber nicht lange genug, um zu sehen, wie die moderne Geologie seine Erfahrungen in wissenschaftliche Fallstudien verwandelte. Seine Rolle war nicht die eines heroischen Retters im modernen filmischen Sinne. Er war etwas historisch Wertvolleres: ein sachkundiger Zeuge, der in der betroffenen Gemeinschaft eingebettet war, jemand, dessen Autorität aus Nähe, Bildung und pastoraler Verantwortung kam. Diese Kombination machte sein Zeugnis kraftvoll. Er beschrieb nicht nur, was gesehen wurde, sondern auch, was es für Haushalte, Höfe und Seelen bedeutete, die versuchten zu verstehen, ob sie durch Gericht, Unfall oder etwas dazwischen lebten.

Sein Land war Island, und das ist wichtig, denn der Ausbruch war für ihn kein entferntes malerisches Ereignis. Es war lokale Geschichte, die unter den Füßen eines Geistlichen aufbrach. Die pastorale Landschaft im Süden Islands, bereits fragil, wurde zur Bühne für eine langanhaltende Umweltkatastrophe. Steingrímssons Name überlebte, weil er diese Fragilität lesbar machte. Er gab späteren Historikern eine Brücke zwischen dem erlebten Ereignis und dem archivierten.

In der langen Erinnerung an Laki repräsentiert Steingrímsson das menschliche Bedürfnis, Zeugnis abzulegen, wenn Institutionen schwach sind und die Gefahr größer ist, als es ein einzelner Beamter bewältigen kann. Er verhinderte die Katastrophe nicht. Er machte sie verständlich. Für eine Katastrophe, die der modernen Welt half zu lehren, wie vulkanische Aerosole reisen können, ist dieser Akt der Interpretation selbst Teil der Geschichte.

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