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Back to Erdbeben von Christchurch
WissenschaftlerUniversity of CanterburyNew Zealand

Mark Quigley

1974 - Present

Mark Quigley gehört zu den Seismologen, deren Arbeit dazu beigetragen hat, zu erklären, warum das Erdbeben von Christchurch im Februar 2011 trotz seiner moderaten Magnitude so zerstörerisch war. Seine Forschung und öffentliche Kommentierung halfen, die Aufmerksamkeit von der einzelnen Zahl, die mit dem Beben verbunden war, abzulenken und sich den bedeutenderen Fragen von Tiefe, Bruchgeometrie, Fehlerstandort und Nahfeldbodenbewegung zuzuwenden. In der Katastrophengeschichte ist dieser Wandel von Bedeutung, da er die Lehre verändert, die eine Stadt aus ihrem Leid zieht: nicht, dass die Erde lediglich „stärker als erwartet“ war, sondern dass menschliche Annahmen über Risiken zu einfach waren.

Quigleys Rolle war teilweise die eines Wissenschaftlers, teilweise die eines Übersetzers, und diese doppelte Identität offenbart viel über das Temperament, das von ihm gefordert wurde. Er musste mit der Präzision eines Forschers sprechen, während er die Last eines öffentlichen Erklärers in einem Moment des bürgerschaftlichen Traumas trug. Seine Arbeit implizierte eine Art moralische Dringlichkeit. Das Verständnis des Bebens war nicht nur eine Befriedigung akademischer Neugier; es war eine Reduzierung der Wahrscheinlichkeit, dass die gleiche Art von Überraschung anderswo wiederholt werden würde. Diese Dringlichkeit prägte wahrscheinlich die Art und Weise, wie er das Ereignis betrachtete: nicht als isolierte Tragödie, sondern als Beweis dafür, dass offizielle Karten und vertraute Kategorien versagen konnten, wenn der Boden auf eine zuvor unterschätzte Weise riss.

Die zentrale Erkenntnis war, dass Christchurch von einem flachen, nahen Erdbeben mit starker vertikaler Bewegung getroffen worden war, einer Kombination, die in der Lage war, einen dichten städtischen Kern zu verwüsten. Dieses Verständnis half, das Ereignis im Februar von dem früheren Hauptbeben im September zu unterscheiden und zeigte, warum das Nachbeben tödlicher war. In der Öffentlichkeit konnten solche Erkenntnisse klinisch, fast distanziert klingen. Privat erforderte die Arbeit das Gegenteil: anhaltende Aufmerksamkeit für Zerstörung, für eingestürzte Strukturen, für Leben, die in Sekunden durch Kräfte endeten, die statistische Modelle nicht angemessen erfasst hatten. Die Disziplin des Wissenschaftlers ist hier auch eine Bewältigungsstrategie. Indem Quigley und seine Kollegen das Grauen in Mechanismen umwandelten, machten sie das Ereignis verständlich. Aber Verständlichkeit ist nicht Unschuld. Es ist eine Art, mit dem zu leben, was nicht verändert werden kann.

Seine Arbeit trug auch zur breiteren Erkenntnis bei, dass das Fehlersystem unter Christchurch komplizierter war, als viele angenommen hatten. Das Ereignis war nicht nur eine Wiederholung bekannter Gefahren; es offenbarte zuvor unbekannte Strukturen und Bruchverhalten. Diese Offenbarung war wissenschaftlich wichtig, da sie das Verständnis des Fachgebiets darüber erweiterte, wie städtische Erdbeben an Orten auftreten können, die auf herkömmlichen Karten nur mäßig bedroht erscheinen. Doch es gibt eine dunklere Seite zu diesem Erfolg. Jede korrigierte Annahme offenbarte auch, wie viel Vertrauen auf unvollständigem Wissen beruhte. Die Kosten trugen die Bewohner, Ingenieure, Planer und Beamte, die einer vereinfachten Version der Landschaft vertraut hatten. Das Beben bestrafte dieses Vertrauen.

Quigleys Beitrag gehört sowohl zur Nachbereitung als auch zur Wissenschaft. Bei Erdbebenkatastrophen besteht der Kampf nicht nur darin, die Eingeschlossenen zu retten, sondern auch darin, Wissen schnell genug zu produzieren, um das nächste Versagen anderswo zu verhindern. Seine Forschung half, Christchurch in eine Fallstudie zu verwandeln, die weltweit in den Bereichen seismisches Risiko, Stadtplanung und Ingenieurausbildung verwendet wird. Das ist eine Errungenschaft, aber sie trägt einen strengen emotionalen Register: Wissen, das aus Verlust gewonnen wurde. Wissenschaftler in solchen Situationen werden oft, ob freiwillig oder nicht, zu Verwaltern des schlimmsten Tages anderer Menschen.

Sein Erbe ist das nüchterne, das Ermittler oft nach einer Katastrophe hinterlassen: nicht Trost, sondern Klarheit. In Christchurch wurde Klarheit zu einer Form der Prävention.

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