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WissenschaftlerClinical and epidemiological follow-up of Seveso exposed residentsItaly

Paolo Mocarelli

1932 - Present

Paolo Mocarelli wurde einer der Ärzte, die am engsten mit den Folgen von Seveso verbunden sind, weil die Katastrophe nicht mit der Evakuierung endete; sie trat in die Klinik ein, wo exponierte Bewohner klassifiziert, nachverfolgt und interpretiert werden mussten. In der Geschichte industrieller Katastrophen werden von Ärzten oft drei Aufgaben gleichzeitig verlangt: das zu behandeln, was sie sehen können, das zu identifizieren, was sie nicht sehen können, und der Gesellschaft zu helfen zu verstehen, ob eine Krankheit zu dem Ereignis gehört, das sie verursacht hat. Mocarelli arbeitete genau in diesem schwierigen Zwischenbereich.

Seine Rolle in Seveso war nicht theatralisch. Sie war mühsam. Er gehörte zur Generation von Klinikern und Forschern, die in Echtzeit lernen mussten, was Dioxinexposition mit Haut, Blut, Schwangerschaft und späterer Gesundheit anrichtete. Die Katastrophe produzierte eine Bevölkerung, die über Jahre hinweg beobachtet werden musste, und Mocarellis Arbeit half, eine dringende lokale medizinische Reaktion in ein langfristiges wissenschaftliches Protokoll zu verwandeln. Dieses Protokoll war wichtig, weil TCDD kein vertrauter Toxin mit einem etablierten menschlichen Fallbuch war. Seine Auswirkungen mussten fallweise, familienweise dokumentiert werden.

Was seinen Beitrag wichtig machte, war nicht nur Fachwissen, sondern auch Kontinuität. Die Opfer von Seveso verschwanden nicht, als die Notunterkünfte abgebaut wurden. Sie trugen den Unfall in Ehen, Geburten und ins Erwachsenenleben. Ärzte wie Mocarelli waren gezwungen, in Zeiträumen zu denken, die gewöhnliche öffentliche Gesundheitsreaktionen selten erfordern. Ein Ausschlag war unmittelbar. Eine reproduktive Frage konnte Jahre entfernt sein. Eine Krebs-Hypothese könnte jahrzehntelang ungewiss bleiben. Die klinische Belastung bestand darin, lange genug bei der Bevölkerung zu bleiben, um Angst von Beweisen zu trennen.

Seine Arbeit steht auch im Kontext eines moralischen Problems, das der Katastrophenmedizin vertraut ist. Forschung nach einem Chemieunfall kann kalt wirken, wenn der menschliche Kontext verloren geht, doch ohne sorgfältige Beobachtung kann es keine verantwortungsvolle Geschichte und keinen verlässlichen Schutz für die nächste Gemeinschaft geben. Mocarellis Bedeutung liegt darin, dass er half, diese Brücke zu bauen: von der dringenden Versorgung zur Epidemiologie, von den sichtbaren Läsionen der Chlorakne zur umfassenderen Frage, was eine Dioxinwolke mit einer Stadt anrichtet.

Geboren 1932, gehörte er zur wissenschaftlichen Generation Italiens nach dem Krieg, und die Reaktion seines Landes auf Seveso half, sein berufliches Erbe zu prägen. Die Katastrophe machte ihn zu einem Teil einer internationalen Diskussion über toxische Exposition, in der die exponierte Bevölkerung selbst zum Beweis dafür wurde, was industrielle Systeme nicht hatten verhindern können.

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