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ErmittlerTechnical inquiry / process safetyUnited Kingdom

R. M. Farquhar

1936 - Present

R. M. Farquhar repräsentiert die Aufgabe des Ermittlers in ihrer anspruchsvollsten Form: eine Katastrophe aus physischen Beweisen, die gewaltsam umgestaltet wurden, zu rekonstruieren. Im Fall Flixborough musste die Untersuchung aus den Trümmern von Rohrleitungen, Gefäßfragmenten, Zeichnungen, Betriebsunterlagen und den Aussagen überlebender Mitarbeiter arbeiten. Dies war nicht die Arbeit eines Dramatikers oder Moralisten, sondern eines disziplinierten Lesers von Ruinen. Farquhars Rolle erforderte Geduld unter Druck und die Bereitschaft, die Beweise sprechen zu lassen, selbst wenn die Geschichte, die sie erzählten, unbequem, unvollständig oder politisch heikel war. Die Aufgabe war langsam, anspruchsvoll und unerlässlich, denn industrielle Katastrophen hinterlassen oft eine Szene, die zu zertrümmert ist für eine beiläufige Erklärung. Die Aufgabe des Ermittlers besteht darin, der Chaos eine Reihenfolge zurückzugeben.

Was Farquhar bedeutend machte, war nicht nur, dass er half, eine große Explosion zu erklären, sondern dass er eine bestimmte Art von technischem Gewissen verkörperte. Seine Arbeit konzentrierte sich auf die Fragen, die andere möglicherweise lieber in Unschärfe hüllen würden: Was versagte, wann wurde der Bypass anfällig, wie wurde ein lokales mechanisches Problem zu einer Dampfwolke und wie wurde diese Wolke zu einer Explosion. Diese Fragen waren nicht akademisch. Sie hatten Konsequenzen für die Anlagengestaltung, die Wartungskultur, das ingenieurtechnische Urteilsvermögen und die rechtlichen Verantwortlichkeiten derjenigen, die eine gefährliche Konfiguration als normal akzeptiert hatten. In diesem Sinne verlangte Farquhars Beruf eine eigentümliche emotionale Haltung: Distanz in der Methode, aber keine Gleichgültigkeit im Motiv. Ein Ermittler musste der Versuchung widerstehen, zu schnell Schuld zuzuweisen, und dennoch wachsam gegenüber Nachlässigkeit sein, die sich im Alltäglichen verbirgt.

Die Psychologie einer solchen Arbeit wird oft übersehen. Farquhars Rechtfertigung, zumindest in der Logik seiner Rolle, hätte auf dem Glauben beruht, dass Präzision ein öffentliches Gut ist. Die Sequenz ehrlich zu rekonstruieren, bedeutet, den Trost der Vereinfachung zu widerstehen. Industrielle Unfälle werden häufig mit sofortigen Erzählungen von Pech, unvorhersehbarem Versagen oder isolierten Fehlern begegnet. Farquhars Beitrag bestand darin, diese einfachen Zufluchten zu verweigern. Seine Methode implizierte eine härtere Wahrheit: dass Katastrophen in der Regel schrittweise aufgebaut werden, durch Entscheidungen, die geringfügig erscheinen, bis sie es nicht mehr tun. Diese Haltung kann einen Ermittler unpopulär machen, insbesondere wenn Unternehmen, Manager oder Beamte eine engere Darstellung bevorzugen. Aber es ist auch das, was der Arbeit ihre ethische Kraft verleiht.

Im Zentrum einer solchen Figur gibt es einen Widerspruch. Öffentlich erscheint der Ermittler als ruhiger Techniker, fast unsichtbar neben der Gewalt, die er studiert. Privat kann die Arbeit moralisch belastet sein, denn jede Schlussfolgerung wird von dem Wissen geprägt, dass echte Menschen gestorben sind und dass gewöhnliche Entscheidungen die Bedingungen für diesen Tod geschaffen haben. Der Ermittler muss Trauer in Beweise übersetzen, ohne vorzugeben, dass Trauer irrelevant ist. Farquhars Arbeit lag daher an der Grenze zwischen Wissenschaft und Staatskunst: Seine Ergebnisse halfen, einen verwüsteten Ort in Lektionen über Gefahrenbewertung, Entwurfssteuerung und Änderungsmanagement zu verwandeln.

Die Kosten dieser Art von Arbeit wurden nicht nur von den Opfern und ihren Familien getragen, sondern von allen, die gezwungen waren, sich den Fehlern zu stellen, die sie aufdeckte. Für die Industrie bedeutete es Überprüfung; für die Regulierungsbehörden Verantwortung; für Ingenieure eine Herausforderung für den beruflichen Stolz. Für den Ermittler waren die Kosten subtiler: die Last zu wissen, dass eine korrekte Antwort möglicherweise erst nach Verzögerung, Kontroversen und Widerstand kommt. Doch das ist der nüchterne Wert eines solchen Lebens. Wenn Ermittler ihre Arbeit gut machen, verringern sie die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Katastrophen. Das ist das strenge Denkmal, das Farquhar half zu schaffen: nicht Trost, sondern Prävention.

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