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ÜberlebenderFestival attendee and witnessGermany

Sascha Dewald

1988 - Present

Sascha Dewald wurde zu einem der Zeugen, dessen Aussage der Öffentlichkeit half, zu verstehen, wie sich die Katastrophe aus der Menge heraus anfühlte. Er war kein Offizieller und kein Planer; er war ein Festivalbesucher, der sich am falschen Ort bei der falschen Dichte befand, wo die Feier der Bewegung in eine völlige Unfähigkeit zur Bewegung umschlug. Überlebende wie Dewald sind für die Geschichte wichtig, weil sie die Textur liefern, die Berichte und Diagramme nicht vermitteln können: das körperliche Wissen darüber, was es bedeutet, gedrängt, aufgehalten und gefangen zu sein, während der Rest der Veranstaltung irgendwo außerhalb der Reichweite weitergeht.

In den Berichten über die Love Parade-Katastrophe ist die Rolle des Überlebenden moralisch schwierig. Ein Zeuge kann niemals für die Verstorbenen sprechen, doch ohne Zeugen kann das Ereignis in die Abstraktion zerfallen. Dewalds Erfahrung gehört zu diesem entscheidenden Zwischenraum. Er hilft zu erklären, warum die Katastrophe nicht als ein einzelner Moment, sondern als eine wachsende Erkenntnis erlebt wurde, dass der Weg unmöglich geworden war. Der Moment, in dem sich eine Menge nicht mehr wie eine Menge verhält, sondern wie eine kompressive Kraft, ist oft nur im Nachhinein erkennbar. Überlebende sind diejenigen, die sich an diese Schwelle erinnern.

Seine Aussage, wie die anderer Teilnehmer, verstärkte die wesentliche Tatsache, dass die Gefahr lokal und intensiv war, anstatt gleichmäßig über das Gelände verteilt. Das ist wichtig, weil es jede einfache Behauptung untergräbt, dass das Festival lediglich im Abstrakten zu groß wurde. Nein, die Katastrophe hatte eine Geografie. Sie hatte einen Engpass. Sie hatte einen Ort, an dem Körper in einander gedrängt wurden, bis der menschliche Körper selbst ein Opfer des Designs des Geländes wurde. Dewalds Überleben hat daher evidenzielle Bedeutung; er ist nicht nur jemand, der das Ereignis überlebt hat, sondern jemand, der einen Teil seines Protokolls festgehalten hat.

Überlebende von Menschenmengenkatastrophen beschreiben oft eine anschließende Desorientierung: Erinnerungen, die durch Lärm, Adrenalin und die Scham des Entkommens, während andere gefangen blieben, zerbrochen sind. Der öffentliche Bericht erfasst diese Last selten vollständig, aber sie ist real. Das Überleben der Love Parade-Katastrophe bedeutete nicht, unversehrt hervorzugehen. Es bedeutete, eine Szene überwältigender Nähe zum Tod zu verlassen und dann in den folgenden Tagen und Jahren zu beobachten, wie das Ereignis zu einer juristischen Akte, einem Mediensymbol und einer Fallstudie wurde. Die Überlebenden mussten gleichzeitig in all dreien leben.

Dewalds Bedeutung liegt in dieser Dualität: Er ist sowohl Mensch als auch Quelle, sowohl das lebende Überbleibsel eines gescheiterten Festivals als auch eine Stimme, durch die das Scheitern rekonstruiert werden konnte. In jedem humanen Bericht über Duisburg ist diese Rolle essenziell. Die Toten verlangen nach Erinnerung. Die Überlebenden verlangen, dass ihre Erfahrung als Beweis und nicht nur als Emotion verstanden wird. Seine Zeugenaussage hilft, diese beiden Verpflichtungen zusammenzuhalten.

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