The Disaster ArchiveThe Disaster Archive
Back to Kollaps der Tacoma Narrows Brücke
WissenschaftlerAerodynamicist and scientific advisor on aeroelasticityUnited States

Theodore von Kármán

1881 - 1963

Theodore von Kármán war bereits eine der herausragenden wissenschaftlichen Persönlichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts, als die Tacoma Narrows einstürzte. Ein in Ungarn geborener Aerodynamiker, der zu einer amerikanischen wissenschaftlichen Autorität wurde, brachte zu der Katastrophe einen Rahmen, der es Ingenieuren ermöglichte zu verstehen, warum eine Brücke sich selbst ohne einen massiven externen Schlag zerstören konnte. Seine Bedeutung liegt nicht in der physischen Geschichte der Brücke, sondern in ihrer intellektuellen: Er half, das Ereignis in Bezug auf Strömungsdynamik, strukturelle Bewegung und Instabilität zu erklären.

Von Kármáns Beteiligung verlieh dem Einsturz internationale Bedeutung. Die Geschichte war nicht mehr nur, dass eine Brücke im Bundesstaat Washington gefallen war. Es war, dass einer der weltweit respektiertesten aerodynamischen Denker einen Mechanismus identifiziert hatte, durch den Wind und Struktur sich in einer zerstörerischen Bewegung verbinden konnten. Seine Analyse wurde Teil des Grundes, warum Tacoma Narrows weiterhin in Ingenieurkursen auf der ganzen Welt gelehrt wird. Er half, die Lektion zu definieren.

Er war kein Ermittler vor Ort in Tacoma im journalistischen Sinne, aber sein Beitrag war wissenschaftlich und von bleibender Bedeutung. Sein Name ist mit der konzeptionellen Architektur verbunden, die einen Unfall in einen klassischen Fall von aeroelastischem Flattern verwandelte. Das ist wichtig, denn Ingenieurkatastrophen werden nicht nur dann historisch bedeutend, wenn sie fotografiert werden; sie werden wichtig, wenn sie die konzeptionelle Sprache einer Disziplin verändern. Von Kármán half, diese Sprache bereitzustellen.

Geboren 1881 und gestorben 1963, gehörte er zu einer Zeit, als Aerodynamik, Luftfahrt und Strukturwissenschaft schnell zusammenwuchsen. Tacoma Narrows wurde zu einem der Fälle, die zeigten, dass diese Bereiche nicht getrennt bleiben konnten. Seine Arbeit trug dazu bei, dass Brücken mit großen Spannweiten als dynamische Systeme und nicht als statische Objekte behandelt wurden. Dieser Wandel veränderte die Entwurfspraxis in den folgenden Jahrzehnten.

In der Geschichte des Einsturzes fungiert von Kármán als Brücke zwischen visueller Katastrophe und technischem Erbe. Er baute nicht die Spannweite, und er war nicht Zeuge ihres Versagens von der Fahrbahn aus. Aber er half zu erklären, warum der Einsturz von Bedeutung war und warum er das Ingenieurwesen für immer veränderte.

Disasters