William T. Love
1848 - 1899
William T. Love ist eine der seltsamen Präsenz, die die Katastrophe heimsucht, die später seinen Namen tragen sollte. Er war nicht der Architekt der Krise mit giftigen Abfällen, noch ihr Finanzier, noch einer der Beamten, die später leugnen oder minimieren würden, was dort geschehen war. Doch er war der Mann, der als Erster einen Kanal an diesem Ort erdachte, und diese unerfüllte industrielle Ambition gab dem Ort seinen beständigen Namen. Sein Leben gehört einem früheren Amerika, das glaubte, große Ingenieurprojekte könnten die Geographie dem Handel unterwerfen, und dass private Visionen, wenn sie nur kühn genug seien, die Landkarte neu gestalten könnten.
Loves Bedeutung ist sowohl praktisch als auch psychologisch. Er war ein Förderer im alten amerikanischen Sinne: ein Mann, der Ambitionen in ein öffentliches Projekt umsetzen konnte und sprach, als wäre Erfolg nur eine Frage von Beharrlichkeit, Kapital und Mut. Der Kanal, den er plante, sollte den Niagara River mit dem Ontariosee verbinden, die Fälle umgehen und eine schiffbare Route schaffen, die Elektrizität, Industrie und Handel transportieren könnte. Eine solche Vision erforderte einen Geist, der mit Maßstäben vertraut war. Sie erforderte auch die Bereitschaft, Reibungen, ökologische Komplexität und die hartnäckige Weigerung der Realität, sich an optimistische Pläne zu halten, zu übersehen.
Sein Projekt wurde nie der Transporterfolg, den er sich vorgestellt hatte. Stattdessen stockte es in der Lücke zwischen Aspiration und Ausführung. Aber das Scheitern löschte es nicht aus. Der unfertige Graben wurde zu einer Landschaft, die später wiederverwendet und umgestaltet werden konnte, und das ist eine der seltsamen Kontinuitäten der Industriegeschichte: Verlassene Ambitionen verschwinden nicht; sie werden zum Terrain für neue Entscheidungen. Loves aufgegebene Arbeit schuf nicht nur eine physische Senke im Boden, sondern auch eine konzeptionelle Leere, einen Ort, der verfügbar schien, weil er bereits für moderne Nutzung markiert worden war.
Das ist der zentrale Widerspruch von William T. Love. Er erscheint als ein Träumer des Fortschritts, aber sein Traum war an die aggressive Umgestaltung des Landes zum Profit gebunden. Öffentlich präsentierten sich solche Männer als Baumeister der Zukunft; privat hing ihr Erfolg von Spekulation, Hebelwirkung und einer gnadenlosen Toleranz gegenüber unvollständigen Ergebnissen ab. In diesem Sinne gehörte Love zu einer Klasse von Männern, die die Landschaft als ein unvollendetes Argument behandelten. Wenn das Projekt scheiterte, zogen sie weiter; der Ort blieb, um die Konsequenzen zu absorbieren.
Die Tatsache, dass sein Name mit dem Ort verbunden blieb, ist fast zufällig, doch dieser Zufall ist bedeutend. Er fixierte den Ort im öffentlichen Gedächtnis lange bevor die Umweltkatastrophe sich entfaltete. Als die Nachbarschaft später evakuiert wurde und der Kanal zum Synonym für toxische Exposition wurde, trug der Name bereits den Rest von unerfüllter Entwicklung in sich. Die spätere Tragödie wurde über einer früheren aufgebaut: einem Ingenieurtraum, der nicht zu nützlicher Infrastruktur wurde und dann zu einem Behälter für spätere Vernachlässigung wurde.
Aus diesem Grund ist Love weniger ein direkter Akteur als eine Erinnerung daran, dass die Landschaft jedes Projekt, das ihr auferlegt wird, in Erinnerung behält. Er starb Jahrzehnte bevor Love Canal berüchtigt wurde, aber seine unvollendete Arbeit blieb als ein Ort, an dem zukünftige Entscheidungen mit verheerenden Konsequenzen getroffen werden würden. Am Ende war die Kosten seiner Ambition nicht nur das Scheitern eines Kanals. Es war die Schaffung eines Namens, eines Ortes und eines verletzlichen Stücks Landes, das andere später missbrauchen würden, und so einen grandiosen Plan eines Mannes in die Vorgeschichte einer öffentlichen Katastrophe verwandelten.
