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Back to Eruption des Kelud
ErmittlerScientific investigation of volcanic hazards in the Dutch East IndiesNetherlands

Dr. R. W. van Bemmelen

1888 - 1969

Dr. R. W. van Bemmelen gehört zu einer Klasse wissenschaftlicher Persönlichkeiten, deren Ruf nicht auf dramatischen Erfindungen, sondern auf der ernsten Arbeit basiert, Katastrophen in Methoden zu verwandeln. In den Niederländischen Ostindien, wo vulkanische Katastrophen immer wieder das fragile Gleichgewicht zwischen Siedlung und Landschaft offenbarten, behandelten die Forscher nach dem Ausbruch des Kelud im Jahr 1919 das Ereignis als eine Fallakte für die Zukunft. Van Bemmelen's Bedeutung liegt in diesem forensischen Impuls: Er half, den Ausbruch nicht als isolierte Naturgewalt zu lesen, sondern als Beweis dafür, wie Wasser, Gestein und menschliche Besiedlung sich zu einem System der Zerstörung verbinden konnten.

Was diese Art von Wissenschaftler antrieb, war nicht einfache Distanz. Es war die Überzeugung, dass Katastrophen, einmal lesbar gemacht, regierbar sein könnten. Der Kelud-Ausbruch bot eine ungewöhnlich klare Lektion. Ein Kratersee war in das Entwässerungsnetz freigesetzt worden, Lahare waren die Täler hinuntergerast, und Dörfer waren direkt im Weg dieser Strömungen platziert worden. Für van Bemmelen und seine Kollegen wurde der Berg zu einem Archiv des Risikos. Die Aufgabe bestand darin, daraus Prinzipien zu extrahieren, die von Verwaltungsbeamten, Ingenieuren und Kolonialbeamten genutzt werden konnten, die hofften, zukünftige Verluste zu reduzieren. In diesem Sinne war seine Arbeit praktisch, sogar paternalistisch: Wissen wurde durch das Versprechen der Prävention gerechtfertigt.

Doch dieser öffentliche Nutzen trug einen moralischen Widerspruch in sich. Wissenschaftliche Untersuchungen nach massiven Todesfällen werden oft als neutral dargestellt, sind aber niemals unschuldig. Jede Karte eines Laharpfades, jede Schätzung des Flussvolumens, jede Rekonstruktion des Verhaltens des Kratersees basierte auf den Körpern und der Vertreibung, die zurückgelassen wurden. Van Bemmelen's Disziplin bestand darin, Schrecken in Kategorien zu verwandeln; diese Disziplin machte ihn wertvoll, riskierte jedoch auch, die menschlichen Kosten in Daten zu verflachen. Die Klarheit, die Kelud zu einem so wichtigen Fall machte, erleichterte es den Beobachtern auch, in der Sprache von Mechanismen statt in Trauer zu sprechen.

Es gibt eine erkennbare psychologische Spannung in einer solchen Arbeit. Der Forscher muss sowohl schockiert als auch unsentimental, moralisch wachsam und technisch diszipliniert sein. Van Bemmelen's Autorität kam von der Fähigkeit, diese Spannung zu leben. Er erscheint als jemand, der glaubte, dass Wissen eine Pflicht war, aber auch als jemand, dessen berufliche Identität davon abhing, lange genug Distanz zur Katastrophe zu wahren, um sie zu messen. Die Belohnung war intellektuelle Ordnung; die Kosten waren die Nähe zu einem Leiden, das niemals vollständig in der Sprache von Berichten anerkannt werden konnte.

Sein Erbe ist also nicht nur technisch. Indem er Kelud als einen grundlegenden Fall in der Bewertung vulkanischer Gefahren etablierte, trug van Bemmelen zu einer breiteren Neuausrichtung im Verständnis von Vulkanen in Indonesien bei. Der Berg war nicht mehr nur ein geologisches Objekt oder eine malerische Gefahr; er war eine soziale Bedrohung, deren Gefahr von Seen, Kanälen, Tälern und Siedlungsmustern abhing. Diese Einsicht prägte spätere Milderungsstrategien und half, Kraterseen an aktiven Vulkanen in die Kategorie latenter Waffen einzuordnen.

Die tiefere Konsequenz dieser Arbeit war, dass sie Tragödien in administrative Erinnerung verwandelte. Das ist eine ernsthafte, aber auch eine unangenehme Errungenschaft. Die gleiche Analyse, die zukünftige Prävention möglich machte, zeigte auch, wie viele Leben bereits verloren gegangen waren, bevor die Wissenschaft ankam, um sie zu erklären. Van Bemmelen's Karriere, durch Kelud betrachtet, ist somit ein Dokument sowohl des Dienstes als auch des Kompromisses: der Wissenschaftler als Interpret der Katastrophe und der Mensch, der in der Notwendigkeit, sie zu interpretieren, verwickelt ist.

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